Sonntag, 31. August 2008

Dirk Brall: Jakobs Weg



Abraham, Isaak und Jakob bilden drei unterschiedliche Generationen. Die Bibel zeigt uns, dass Abraham der Pionier war und Gott mit ihm den Bund geschlossen hatte. Durch seinen Glauben an Gott war er gerecht. Danach kam sein Sohn Isaak; er war ganz anders als sein Vater Abraham. Ihm fiel alles in den Schoss, selbst um eine Frau musste er sich nicht kümmern. So war er nachher nicht einmal in der Lage den richtigen Sohn zu segnen. Er war gesegnet, aber er konnte nicht segnen. Jakob war ein Schlitzohr und ein Fersenhalter, ein Betrüger und ein gerissener Bursche, dazu ein Muttersöhnchen und einer, der gerne im gemachten Nest saß. Durch und durch einer, der das Erbe hätte verspielen können, wenn da nicht Gott gewesen wäre, der rettend und helfend und zurechtbringend in das Leben eines Jakobs eingegriffen hätte, so daß er zum Schluß seines Lebens ein Mann wurde, der sogar den Pharao von Ägypten gesegnet hat.
Jakobs Weg ist das schmerzvolle Ringen eines Menschen mit sich selbst, ein Weg voller Leidenschaft und Sehnsucht nach dem Segen Gottes, von Kanaan bis ins Zweistromland und wieder zurück. „Er geht mit wunden Füssen“, beginnt Dirk Brall diesen biblischen Roman. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven: Rebecca und der Aufbruch aus der Heimat, Jakob erschwindelt sich den Segen des Vaters. Jakobs Frau Rahel und sein Sohn Josef berichten von der nicht gerade unkomplizierten Familiengeschichte, und schliesslich schildern Jakob und Esau ihre Sicht der Geschehnisse.
Dirk Brall komponiert eine karge und schöne Sprache, die der Wüste nachempfunden zu sein scheint: „Unser Vater lief viele Wochen. Er überquerte Flüsse, wanderte über Berge und durch Täler und Wüsten. Er ging in der Nacht, um nicht gesehen zu werden. Er muss müde und abgemagert ausgesehen haben; doch als er ins Zweistromland kam und die Olivenbäume und Mandelbäume, die Wiesen, die Rosen und den Flachs, die Feigen, Datteln und Granatäpfel sah, wusste er, dass er angekommen war.“
Gott selbst hat uns diese Geschichte geschenkt. Und durch die Begabung eines Dirk Brall macht Er sie für uns Leser lebendig. Gott hat Jakob nie los gelassen, weil Jakob Gott nicht losgelassen hat! Unser lebendiger Gott, dem wir dienen, formte Jakob zu einem Mann Seines Herzens. Wenn Er mit diesem eigenwilligen Jakob zum Ziel kommt, dann kann Er das auch mit mir und dir. Denn wir sind nicht besser und nicht schlechter als dieser Jakob. Auf unseren Leben ist die gleiche wunderbare Gnade eines herrlichen und grossartigen Gottes!

Prädikat: hervorragend

ISBN 578-3-7975-0196-7

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