Donnerstag, 23. Oktober 2008

Ist Barack Obama ein Christ?

Eine provokante Frage; es geht nicht darum, jemanden zu richten, sondern ich denke, dass man die Aussagen einer Person, welche das wichtigste Präsidentschaftsamt der Welt anstrebt, auf ihre Standfestigkeit überprüfen darf und soll.
In einem Interview auf seinen Glauben angesprochen, meinte er: "I am a Christian. I'm rooted in the Christian tradition. I believe that there are many paths to the same place, and that is a belief that there is a higher power, a belief that we are connected as a people. That there are values that transcend race or culture, that move us forward, and there's an obligation for all of us individually as well as collectively to take responsibility to make
those values lived."

Quelle: Joseph Farah, WorldNetdaily

Er betont die Tradition, sagt ausserdem, dass es viele Wege zum gleichen Ziel gebe und bezeichnet Gott als eine unpersönliche höhere Macht. Er leugnet, dass Jesus Christus der einzige Weg zum Heil ist. Das ist bestimmt nicht die Antwort, die man von jemandem erwartet, der von sich sagt, er sei Christ.
Des weiteren weiss er nicht, ob er "in den Himmel kommt". Aber die Hölle sei jedenfalls keine Alternative, lässt er verlauten. Er bete täglich, ja, aber nicht zu Gott, sondern er redet mit seinem eigenen Gewissen. Er versuche, jede seiner Taten zu rechtfertigen. Das hat, mit Verlaub, der noch amtierende Präsident Bush auch getan - und damit den Irak-Krieg und seinen Kampf gegen die "Achse des Bösen" gerechtfertigt.
Es ist einfach nicht korrekt, sich im Wahlkampf das Mäntelchen eines "gemässigten" Christseins umzuhängen, um damit bei flüchtigen Menschen Sympathie und Stimmen zu gewinnen. Ein Christ ist ein Nachfolger, ein Jünger Christi; dann ist ein Ja ein Ja und kein Jein, vielleicht, ich weiss nicht. Obama vertritt keine klar erkennbare Linie für oder gegen etwas, sondern führt immer wieder die "rechte" Moral in jeder Sache an - als ob DAS etwas mit Christsein in erster Linie zu tun hätte.
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Barack Obama: Der gelebte amerikanische Traum

Von Philip Geck

Bild: dpa

Kein Wunder, dass die Amerikaner von „Obamania“ reden. Barack Obama ist der neue Stern am politischen Himmel der USA. Erst seit zwei Jahren ist der Senator für seinen Bundesstaat Illinois in Washington. Er ist Afroamerikaner, er ist unverbraucht, er ist charismatisch. Er steht für einen Neuanfang nach der Ära Bush, für ein neues Amerika.

Dabei ist der Demokrat Obama – im Gegensatz zu seiner Konkurrentin Hillary Clinton – ein politischer Frischling. Sie hat Erfahrung, sie hat einflussreichen Freunde und Netzwerke – er das Image eines jungen Aufsteigers, der noch nicht in die Machtspiele der Regierungskreise verstrickt ist. Wir porträtieren den Mann, der als erster afroamerikanischer US-Präsident in die Geschichte eingehen will.


Sein Biographie gefällt den Amerikanern

Wenn der erste Eindruck der entscheidende ist, dann hat Barack Obama ziemlich gute Chancen, es nach ganz oben zu schaffen. Der 45-Jährige strahlt die Power eines jungen, hoffnungsvollen Basketballspielers aus, der sich auf die Saison seines Lebens vorbereitet.

Sein Lebenslauf ist nicht spektakulär, und doch erinnert er an den amerikanischen Traum. Als der kleine Barack zwei Jahre alt ist, verlässt sein kenianischer Vater die Familie. Später zieht seine Mutter, eine weiße US-Amerikanerin, mit ihm nach Indonesien, um dort ihren zweiten Mann zu heiraten. Obama wächst in verschiedenen Kulturen auf, seine Schwester ist Halb-Indonesierin und sein Schwager Chinese: „Unsere Familientreffen ähneln einer UN-Vollversammlung.“

Als Schüler geht Obama auf eine muslimische und später auf eine katholische Privatschule. Nach seinem Studium der Politikwissenschaften arbeitet er für einige Zeit als Sozialarbeiter in Chicago, dann geht er an die Eliteuniversität Harvard, um dort Jura zu studieren. Es überrascht kaum, dass Obama in seinem Fach brilliert – und als erster Schwarzer Herausgeber des renommierten „Harvard Law Review“ wird.

Keine Frage: Mit seiner Biographie sammelt Obama Pluspunkte bei den Amerikanern. Wie kein anderer verkörpert er das Zusammenspiel verschiedener Kulturen. Zudem hat er eine reizende, medientaugliche Familie und zwei Töchter. Doch was Obama wirklich zum potentiellen Präsidentschaftskandidaten macht, ist sein christlicher Glaube. Schließlich weiß jeder, dass der Weg ins Weiße Haus über die Gretchenfrage entschieden wird. Obama betont deshalb immer wieder, wie wichtig die Religion für ihn persönlich und auch für das amerikanische Volk sei.

Bekehrungserlebnis in Chicago

Während seiner Zeit als Sozialarbeiter in Chicago schließt sich Obama der Trinity United Church of Christ an, einer liberalen Kirche mit hauptsächlich schwarzen Mitgliedern. Dabei entstammt der junge Barack keiner traditionell christlichen Familie: sein Vater ist zwar Moslem, aber kein überzeugter; seine Mutter ist eine von humanistischen Werten geprägte Atheistin. Obama selbst steht dem Glauben eher distanziert gegenüber.

Doch die religiösen Wurzeln der schwarzen Bürgerrechtsbewegung faszinieren Obama. Er erkennt, dass Glauben mehr ist als ein Trost für die Schwachen. „Glaube ist eine aktive, greifbare Kraft in dieser Welt, eine Quelle der Hoffnung.“ Sein Bekehrungserlebnis schildert er gerne: „Ich kniete vor dem Kreuz in der South Side, und spürte, wie der Heilige Geist mir zuwinkte. Ich unterwarf mich Gottes Willen, um seine Wahrheit zu entdecken.“

Wird er die Evangelikalen überzeugen?

Es scheint, als sei Barack Obama der erste liberale Demokrat, der bei christlichen Wählern eine Chance haben könnte. Dabei wählen diese traditionell republikanisch. Doch Obama fordert eine Politik, die Religion mit liberalen Werten verknüpft. „Ich glaube, es ist Zeit, dass wir eine ernste Diskussion darüber führen, wie wir den Glauben mit unserer modernen, pluralistischen Demokratie in Einklang bringen können.“

Innen- und außenpolitisch steht Obama jedoch für eine ganz andere Politik als der Republikaner George W. Bush. So fordert er den kontrollierten Rückzug der US-Truppen aus dem Irak und plädiert für die Zusammenarbeit mit dem Iran und Syrien, um den Irak zu stabilisieren. Auch in der amerikanischen Umweltpolitik fordert der Demokrat eine Trendwende, um den Klimawandel zu bekämpfen, bevor es zu spät ist.

In ethischen Fragen ist Obama sehr viel progressiver, als es konservativen Wählern lieb sein könnte. So hat er sich klar gegen das bundesweite Verbot von gleichgeschlechtlicher Ehe und Abtreibung ausgesprochen, und sagt dazu: „Wer an die Bibel als höchste Autorität glaubt, wird damit Probleme haben. Doch diese Kompromisslosigkeit kann keine politische Maxime sein.“ Obamas Verständnis von Demokratie verlangt, dass religiös motivierte Anliegen in allgemeingültige, und nicht in religiöse Werte übersetzt werden. „Ich kann mich nicht allein auf den Willen Gottes berufen. Ich muss beispielsweise erklären, warum Abtreibung Grundsätze verletzt, die für Menschen aller Glaubensrichtungen – auch für Atheisten – gelten und nachvollziehbar sind.“

Konservative Christen haben wohl noch keine fertige Meinung über Obama, jedoch gibt es schon erste Kritik an seiner Person. So veröffentlichte Reverend Robert Schenck, Präsident des konservativen Netzwerks National Clergy Council, einen Artikel über Obama. In diesem kritisiert er, dass Obama nach seinen eigenen menschlichen Kriterien entscheide, was er glaube und was er nicht glaube. Dies sei nicht mit der Bibel vereinbar: „Wir passen uns Gottes Wort an; Gottes Wort passt sich nicht uns an.“ Zudem sei Obamas Glauben voller Zweifel. Schenck zitiert dazu eine Stelle aus Obamas Buch „Dreams of My Father“, in dem dieser sagt, dass er nicht wisse, was nach dem Tod passiere und was vor dem Urknall war.

Rick Warren hingegen, Pastor und Bestsellerautor, lud Obama als Redner auf eine Aids-Konferenz in seiner Saddleback Church ein. Zwar stimme seine Gemeinde nicht zwingend mit der politische Agenda des Senators ein, versicherte Warren – doch ist es neu, dass Demokraten auf evangelikale Kongresse eingeladen werden.

Barack versus Hillary

Ob Barack Obama wirklich Chancen hat, 2008 Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, ist noch nicht abzusehen. Erst muss sich der schlaksige Junge gegen die erfahrene Kämpferin Clinton durchsetzen – und beweisen, dass seine Jugend kein Handicap ist. Sicher ist jetzt schon: Das politische Ausnahmetalent hat die Amerikaner mit seiner Persönlichkeit längst vereinnahmt. Auch seinen Zweitnamen Hussein verzeihen ihm die Menschen, weil sein Vorname so schön ist. Barack ist Kishuaheli, und bedeutet: „Von Gott gesegnet.“ So etwas lieben die Amerikaner.

Quelle: Jesus.de

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