
Immer häufiger zieht es Deutsche nach China. Pensionierte Fachleute lassen sich von deutschen Unternehmen und Bildungsinstitutionen als Berater anheuern, Praktikanten aus allen Teilen der Republik suchen in China bei VW, Bosch oder dem Goethe-Institut ihre ersten Herausforderungen. Jungmanager nehmen die betonierte Ödnis von ehemals unbedeutenden Städten in Kauf, um ihre Karriere oder die Entwicklung ihres Unternehmens voranzutreiben. Inzwischen leben mehr als 10 000 Deutsche mit längerfristiger Lebens und Arbeitsperspektive allein in Shanghai - Tendenz steigend. Dabei ist es nicht einfach, sich in diesem fremden Land zurechtzufinden. Marcus Hernig schreibt von den Schwierigkeiten, in China Fuß zu fassen, und vom Glück, mit Chinesen zusammenzuleben. Und er weiß, wovon er spricht, gehört er doch seit 15 Jahren zu jenen, die von der chinesischen Bevölkerung liebevoll »Laowai« (Ausländer) genannt werden. Entstanden ist ein persönliches, ehrliches Buch, das zugleich tiefe Einblicke in die chinesische Kultur, Politik und Gesellschaft vermittelt - und das ohne alle Stereotype und Superlative auskommt.
Samstag, 1. November 2008
China mittendrin
Donnerstag, 30. Oktober 2008
Kritik an Dawkins "Gotteswahn"
Wahn oder Trug?

Auf Einladung der Humanistischen Union (HU) setzten sich die beiden säkularen Humanisten aus Marburg am Dienstag (28. Oktober) bei einem Streitgespräch im Stadtverordneten-Sitzungssaal mit dem "internationalen Bestseller der Religionskritik" auseinander Gut 40 Interessierte beteiligten sich zum Teil sehr lebhaft an der Debatte.
Schon im Titel sieht Kahl eine ungerechtfertigte Herabwürdigung religiöser Mitmenschen. Zwar gebe es durchaus religiös geprägte Wahnvorstellungen, doch dürfe man nicht allein schon die Religiosität eines Menschen als Wahn bezeichnen. Schließlich sei gerade auch Toleranz eine wesentliche Errungenschaft der Aufklärung.
Im Quellen- und Autorenverzeichnis vermisst Kahl Namen bedeutender Religionskritiker wie Epikur, Ludwig Feuerbach oder Sigmund Freud. Ebenso fehle Gotthold Ephraim Lessing und ein Verweis auf dessen "Ring-Parabel". Dawkins erhebe zwar den Anspruch einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Religion, liefere aber nur ein oberflächliches und auf weite Strecken durch Eitelkeit und Schwatzhaftigkeit geprägtes Pamphlet ab.
Sich selbst bezeichnete Kahl als säkularen Atheisten. Den von Dawkins verkündeten "atheistischen Stolz" könne er jedoch nicht empfinden, da Atheismus eher eine Hypothese als eine letzte Gewissheit sei, erläuterte der promovierte Philosoph und Theologe. Keinesfalls wolle er - wie Dawkins - jemandem zum Atheismus "bekehren".
Schauer: Ungerechtfertigte Kritik
Diese Kritik wiederum kritisierte Schauer heftig. Schon die Übersetzung des Titels aus dem Englischen hält der pensionierte Psychologe für unglücklich. "The God Delusion" übersetze er selbst eher mit "Der Gottestrug" analog zum alten Kampfbegriff "Pfaffentrug".
Um das Buch zu verstehen, müsse man sich zunächst dem Autor zuwenden. Der 1946 im kenianischen Nairobi geborene Brite ist ein international renommierter Evolutionsbiologe. Die von ihm erkannten Gesetzmäßigkeiten der biologischen Evolution von Genen und genetischen Eigenschaften habe er auf geistige Konstrukte und Ideen übertragen. Auch sie verbreiteten sich nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Auch hier gebe es "nützliche" und "schädliche" Vorstellungen.
Alleinvertretungsanspruch von Religionen
Die gefährlichste Eigenschaft vieler Religionen sei ihr Alleinvertretungsanspruch. Das "Erste Verbot" in der Bibel beispielsweise fordert: "Du sollst keine fremden Götter neben mir haben!" Diese Forderung stachele zum Hass gegen andere Religionen und ihre Anhänger an, stellte Schauer fest. Dagegen habe sich Dawkins mit seinem Buch gewandt. Ausdrücklich wende sich der Autor aber nicht gegen religiöse Menschen und ihr Recht auf Religionsfreiheit.
Kahl sei zudem der feinsinnige Humor des Buches und die Selbstironie seines Autors entgangen, bedauerte Schauer. Dawkins habe mit seinem Werk eine Schrift vorgelegt, die seine Religionskritik auf ihre wichtigsten Stränge zuspitze. Damit wolle er der Übermacht religiöser Prägungen in der Gesellschaft ein selbstbewusstes Auftreten religionskritischer Positionen entgegensetzen.
Kahls Kritik verglich Schauer mit ideologischen Auseinandersetzungen unter "Linken": Geringste Unterschiede würden unter Menschen ähnlicher Grundposition oft wesentlich deutlicher herausgearbeitet als die riesigen Differenzen zu Personen mit vollkommen anderen Vorstellungen.
Kahl: Dawkins sei „unredlich"
Kahl wiederum wollte Schauers Aussage nicht gelten lassen, dass Dawkins "redlich" argumentiere. Er bezeichnete es als unredlich, dass der Autor ausgerechnet Albert Einstein als angeblich atheistischen Kronzeugen missbrauche. Dabei sei Einstein Spinozist und säkularer Polytheist gewesen.
Kahl berichtete, Dawkins habe sich den "Brights" angeschlossen. Schon die Selbstbetitelung als "erleuchtete" betrachte er als arrogant. Schauer hingegen übersetzte diesen Nahmen einfach mit "helle".
Diskussion und Fragen
Ein Besucher der Veranstaltung erklärte, für ihn habe das Buch vor allem den Charakter einer Erleichterung gehabt. Endlich habe dort jemand all das aufgeschrieben, was für ihn selbst schon lange selbstverständlich gewesen sei, aber in der Öffentlichkeit mit einem Tabu belegt war.
Andere Diskutanten erläuterten Dawkins Positionen anhand neuerer Äußerungen des Autors auf seiner Homepage im Internet sowie eines abgeänderten Vorworts der neuesten Ausgabe seiner Schrift im englischen Original. Dawkins habe seine Aussagen bewusst zugespitzt, um damit möglichst viele Menschen zu erreichen.
Sich selbst bezeichne der Autor als "Agnostiker". Die Existenz Gottes sei nur "mit ziemlich großer Sicherheit" anzuzweifeln.
Einen Fragesteller beunruhigte die Vorstellung, dass mit einem Rückgang der klassischen Religionen verstärkt neue Sekten aufkommen könnten. Schauer erwiderte, ihm sei "ein aufgeklärtes Christentum lieber" als irgendwelche abstrusen Hirngespinste.
In einem Punkt waren sich die beiden Referenten mit Dawkins einig: Auf Dauer werden säkulare Ideen sich gegen religiöse Vorstellungen durchsetzen. Religionen sind auch immer Ausdruck eines gesellschaftlichen Umfelds, das ein Leben mit Gottesglauben vielen leichter erscheinen lässt als ohne.
Keiner der Anwesenden wollte gläubigen Menschen ihre Überzeugungen verbieten oder streitig machen. Umstritten war letztlich nur der Stil, wie Atheisten oder Agnostiker für ihre Vorstellungen eintreten sollten. Wichtig war dabei aber auch die Erkenntnis, dass es auch unter säkular geprägten Menschen durchaus unterschiedliche Positionen gibt.
Franz-Josef Hanke
Samstag, 25. Oktober 2008
"Es gibt möglicherweise keinen Gott"

Interessant, wie Gott völlig verrückte und absurde Ideen von Menschen benützt, um auf sich aufmerksam zu machen. Atheist sein ist ja inzwischen modern, gehört schon fast zum guten Ton. Atheisten sagen, sie glaubten nicht an Gott. Aber ich glaube das nicht, denn sonst müssten sie sich nicht so vehement in Szene setzen. Bemerkenswert auch, dass die BHA das Wort "probably" in ihren Slogan aufgenommen hat - und das, nachdem das Wort "möglicherweise" bisher gar nie zum gängigen Vokabular der Atheisten gehörte. Die zu erwartende Kampagne in Londons öffentlichem Verkehr wird das Interesse und die Herzen vieler Menschen wieder auf die Suche nach Gott bringen. Eine Evangelisation mit aussergewöhnlichen Mitteln. Solche Wege wären vermutlich einem Menschen nie in den Sinn gekommen...
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Britische Atheisten werben auf Londons Bussen
Die britische Atheisten-Gruppierung "British Humanist Association" (BHA) hat geplant, die Busse in London mit Sprüchen zu versehen, die für eine Welt ohne Religion werben. Ab Januar sollen die Werbeslogan auf Londons Bussen zu sehen sein.
"Es gibt möglicherweise keinen Gott. Hören Sie jetzt auf, sich zu sorgen und genießen Sie ihr Leben", heißt es auf den Aufklebern der BHA. Diese rufen gemäß dem Leitspruch der Organisation dazu auf, "ein gutes Leben auf der Grundlage von Vernunft, Erfahrung und menschlichen Werten zu leben".
BHA hat sich den Werbeplatz auf 30 Schwenkbussen in der britischen Hauptstadt für vier Wochen gekauft, berichtet die "Christian Post", eine christliche Tageszeitung mit Sitz in Washington D.C. Da die atheistische Organisation durch ihre Sponsoren mehr Geld eingenommen hat als zunächst erwartet, will sie zusätzlich noch Werbeposter in den Bussen anbringen. "Wir sehen so viele Poster, die die Erlösung durch Jesus anpreisen oder uns mit der ewigen Verdammnis konfrontieren, dass ich mir sicher bin, dass eine Werbung auf Bussen wie diese begrüßt wird wie ein Hauch frischer Luft", sagte die Vorsitzende der BHA, Hanne Stinson. "Wenn es den Menschen zum Lächeln und zum Nachdenken bringt, dann wäre das sehr gut." Das BHA plant laut der christlichen Zeitung zudem, die Kampagne auch auf andere britische Städte wie Birmingham, Manchester und Edinburgh auszudehnen.
Wie die "Christian Post" berichtet, unterstützt der Autor des Buches "Der Gotteswahn", Richard Dawkins, die Kampagne. Er spendete rund 7.000 Euro, um den Slogan demnächst auf den Londoner Schwenkbussen sehen zu können. "Religion ist es gewohnt, freie Bahn zu haben – automatische Steuerminderung, unverdienter Respekt und das Recht, nicht beleidigt zu werden sowie das Recht auf Gehirnwäsche bei kleinen Kindern", so der Atheist. "Diese Kampagne, die alternative Werbesprüche auf den Londoner Bussen zeigt, wird die Menschen zum Nachdenken bringen - und Denken ist die Antithese zur Religion."
"Quasi-religiöse Werbekampagne"
Der Interessensverband "Christian Voice" aus Großbritannien reagierte auf die geplante Kampagne und warnte davor, dass es "Menschen nicht mögen, wenn ihnen alles vorgepredigt" werde und es auch nicht verwunderlich sei, "wenn die Öffentlichkeit dagegen vorgeht". "Ich wäre überrascht, wenn eine quasi-religiöse Werbekampagne wie diese nicht attraktiv auf Graffitti-Künstler wirkt", so Stephen Green von dem christlichen Gruppierung. "Christian Voice" strebt nach eigenen Angaben an, durch Gebet und öffentliche Kampagnen die Engländer zur "nationalen Buße" zu bringen. Der Verband gilt als umstritten.
Die Methodistische Kirche hingegen würdigte sowohl Dawkins als auch die Kampagne, da sie "das fortlaufende Interesse an Gott anheizen" würden. "Diese Kampagne wird eine gute Sache sein, da sich die Menschen mit den tiefsinnigsten Fragen des Lebens auseinandersetzen müssen", sagte Jenny Ellis von der Methodistischen Kirche Großbritanniens. "Christentum ist für Menschen, die keine Angst davor haben, sich Gedanken über das Leben und dessen Bedeutung zu machen." (PRO)
Von: AK
23.10.08


